Weihnachtsbrief 1917

Brief an die Soldaten von Pfarrer Leopold Koch

Mittlerweile sind es 100 Jahre her, daß in Europa der 1. Weltkrieg tobte. In dieser Zeit schrieb der damaligen Pfarrer Leopold Koch Briefe an die Soldaten im Felde. Zu seinem Kirchspiel gehörten die Ortschaften Löhlbach, Battenhausen, Dodenhausen, Hüttingen und Haddenberg. In diesen Briefen wurden die Soldaten mit Nachrichten aus der Heimat informiert, aber auch wer im Krieg sein Leben lassen musste oder verwundet wurde. Nachfolgender Brief wurde zu Weihnachten 1917 geschrieben.

Liebe Kameraden!

In diesen Tagen ging mir eine Geschichte aus dem Märchenbuch meiner Jugendzeit durch den Sinn. Sie fing an: Drei Meilen hinter Weihnachten liegt das Schlaraffenland. Viele von Euch wissen nun gleich, wie das lustige Märchen vom Schlaraffenland weiter geht, wie einem dort die gebratenen Tauben in den Mund fliegen und alle Wünsche des Magens und Geldbeutels sich gleich erfüllen. Die üppige Zeit vor August 1914 war unser Schlaraffenland, und was sich seitdem bis heute zutrug, ist uns wie ein grausiges Märchen. In der Heimat haben wir diesmal vielmal darüber geschlafen, manchmal auch nicht geschlafen, und ihr habt darüber viel gewacht und ausgehalten.

Nadelbaum im Schnee - Photo by Lionello DelPiccolo on Unsplash

Dreimal haben wir dazwischen Weihnachten gefeiert, so gut wir´s verstanden. Immer aber will´s noch nicht aufhören, das Märchen, die Fieberzeit der Kämpfe, der Not, des Sterbens. Wie lang noch? Ei bis Vater Hindenburg seinen letzten und besten Zug tun kann und mit dem Sieg der Friede dasteht! Und was dann? Ja dann gehen wir wieder an unser Geschäft, leben unserer Familie und bauen unser Glück und, - und – und – und. Halt so geschwind geht´s nicht! Wir marschieren auch im Frieden nicht mit Siebenmeilenstiefeln von Bergesspitze zu Bergesspitze, von Glück zu Glück ohne durch die tiefen Täler zu müssen. Was dazwischen liegt auch in süßer Friedenszeit heißt Arbeit, Enttäuschung, Herzeleid, Krankheit, Schulden, Laste, Sünde, dass die Augen manch jungen Blut glanzlos, leer werden. Ist das der Friede, den wir ersehnen? Ach nein! Aber was dann? Fast sind wir da noch froh, dass der Friede noch nicht da ist, dass wir uns noch recht drauf besinnen können, wie er werden soll, so besinnen , wie der reiche Mann im Märchen, der im Neid über das von Gott seinem armen Nachbar über Nacht geschenkte neue Haus, dem Herrgott abzwingt, drei Wünsche, welche sich gleich erfüllen, tun zu dürfen, die dann dem Reichen in seiner Gier nach Erdenglück alle missraten?

Winterwald - Photo by Jonathan Knepper on Unsplash

Wie wohl tut´s, wenn über solche Gedanken das erste Weihnachtslied, das die Mutter den Jüngsten beibringt uns ins Ohr klingt. Weihnachten wann warst du da? Als wir Kinder waren, kannten wir dich. Alles Schöne Gute Liebe warst du. Was bist du jetzt im Krieg! Weihnachten 1914 nennen sie heute das goldene, 1915 das silberne, 1916 das eiserne, und jetzt? Wenn doch das Fest nicht wiederkäme! meinen viele. Das aber jetzt ist lauter Herzeleid, Daheim im warmen Bett aufzuwachen, die Festtagskleider anziehen, die Freundschaft und die Kameraden besuchen, zusammensitzen bei fröhlichem Trunk, Lieder singen, Tanz und Jubel solang einer mag und Geld hat, so war Weihnachten früher oft. Wiederum meine ich, vielleicht ist´s gut, dass wir uns noch besinnen können, wies jetzt werden soll, vielleicht gut, dass wir einstweilen noch wie im Traum gehen und suchen.

Denn weiter nichts als den ganzen Spaß wieder haben dürfen, wie Christtag 1913 und früher, wäre das ganze Gejammer nicht wert. Wir haben in der Not das Suchen gelernt und manches gefunden. Mit Stolz gewahrten wir es dann immer wieder, was wir am nötigsten hatten, von unserer Heimat, dem lieben Vaterland, wurde es uns geschenkt. Wie oft standen wir ratlos vor einem fest verschlossenen Tor, da gab uns die Heimat den Schlüssel. Wer hat geahnt, als 1914 die Völkerwanderung von allen Seiten auf uns los stürmte, dass schon unter uns ein Mann gesegnet war, uns Halt zu gebieten dem anbrausenden Meere! Das Vaterland hat einen Hindenburg hervorgebracht. Wer hat gewusst dass Deutschland seine 70 Millionen Menschen allein ernähren kann?

WorldWar - Photo by Stijn Swinnen on Unsplash

Welche Riesenkraft steckt im mütterlichen Boden der Heimat! Und in Deutschland wurde der erlösende Gedanke Wirklichkeit, dem Geld die unbeschränkte Kaufmacht zu nehmen, sodass jeder, ob arm oder reich, gleichviel an Lebensmittel haben soll. Ja wie manches Fest verrammeltes Tor musste außerdem noch aufspringen! Dann aber ist noch etwas geschehen, wer das gesehen, kann’s kaum begreifen. Auch früher standen wir manchmal vor einem ganzen Berg des Elendes, vor dem verschlossenen Tor der Verzweiflung. Das ist auch jetzt auch oft genug der Fall, aber es ist doch manchmal ganz anders: Viele haben die liebsten Menschen verloren. Woher da oft die unbegreifliche Kraft in Hoffnung vorwärts zu sehen und nun erst recht die schweren Pflichten des Tages zu erfüllen?

Neunzehnjährige haben draußen so tapfer Qualen ausgestanden und so ruhig sterben können, als ob Mutterarme sie von hinnen trügen. Da hat das Suchen aufgehört. Wenn wir doch auch den Schlüssel hätten. Wer nicht blind und taub durch die letzten Wochen geschritten ist, hat, den Mann gesehen, und unser deutsches Herz hat stolz geklopft, als wir unsern Luther schreiten sahen mitten unter uns in der Herzensnot, den bangen Suchen unseres Volkes. Die Bibel hat er aufgeschlagen, den 130. Psalm: „Aus der Tiefe rufe ich Herr zu dir, Herr höre meine Stimme“. Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ ist uns ein heiliger Siegessang. Aber Luther hat mit dem Lied nicht angefangen. Ehe er die „feste Burg“ erstürmte, ist er durch die furchtbarste Gewissensnot gegangen und der 130. Psalm wurde ihm ein Schlüssel zur „festen Burg“.

Als nun am Bußtag dieser Psalm allenthalben im Hessenland zu uns sprach, das wir ihn sangen als den deutschen Psalm Luthers: „Aus tiefer not schrei ich zu dir“, ging’s uns durch und durch, wie wenn er gerade für unsere tiefe Not gesungen wäre, und die Ursache unseres ruhelosen zerfahrenen Suchens stand vor uns; die Wunde , die uns die Sünde, die Selbstsucht schlug. Dann aber: „bei Dir ist Vergebung“ und das Kreuzeswort: heute noch wirst Du bei mir im Paradies sein“. Was ist geschehen: Das Tor springt a8uf, himmlische Klarheit umfängt uns; das Volk das im finstern wandelt siehet ein großes Licht! Es ist Weihnachten angebrochen! Wir haben am Christkind unsere Freude gefunden, weil aus ihm der Heiland der Mühseligen und Beladenen, der Mann am Kreuz worden ist. Weihnachten kommt aus der Not der Menschenkinder. Wieder ist die Zeit erfüllte. Grenzenlose Not ist da. Darum sind wir in die Not geschickt, dass Weihnachten bei uns werde, dass wir suchen bis wir gefunden den Weg zur Krippe, zur Bergkanzel des ewigen Wortes, zum Kreuz der göttlichen Liebe. „Wer sucht, der findet! Wer anklopft, dem wird aufgetan“. Gott sei Dank, der uns zur rechten Zeit den Mann in seiner Seelennot, den Mann unseres Volkes, den suchenden Luther, den mit Gottes Sündenvergebung begnadeten deutschen Propheten vor die Seele stellt, dass er uns den Schlüssel reichen soll zum Pförtlein, das hinaus führt aus der Not zum Gottesfrieden, zur heiligen Weihnacht! Was sind wir Deutschen doch für ein bevorzugtes glückliches Volk! Alles was wir nötig haben schenkt uns Gott durch unser Vaterland. Wie heilig ist doch diese Stätte! Wie wert, für sie zu kämpfen und zu leiden! Das gehört auch zu unserm dank Gott gegenüber, dass wir nicht ruhen, bis wir die Heimat frei und sicher wissen vorm Feind. Das Märchen des ruhelosen Suchens hat aufgehört. Wir schreiten als begnadete Menschen auf festen Boden einer gewissen glücklichen Zukunft entgegen, und die Geschichte unseres neuen Lebens kann anfangen mit dem Satz: drei und mehr Jahresmeilen hinterm Schlaraffenland liegt unseres seliges fröhliches Weihnachten

1917. L. Koch Löhlbach

Die Gesundheitsakademie on Tour – nächster Stop Löhlbach

Warum verdünnt man das Blut? Was, wann, wie und wie lange?

„Aus medizinischer Sicht gibt es eine Reihe von Gründen, die eine Verdünnung des Blutes sinnvoll machen“, erklärt Dr. Ulf Jonas, Chefarzt Innere Medizin, Internist und Kardiologe in der Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen. Am Mittwoch, 15. November, 18 Uhr, spricht er über dieses Thema während eines kostenlosen Referats im Bürgerhaus Löhlbach.

Dr. Ulf Jonas

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland nehmen verschiedene Medikamente zur Blutverdünnung ein. Einer der häufigsten Gründe dafür ist das Vorhofflimmern. „Bei dieser Herzrhythmusstörung besteht die Gefahr, dass sich durch nicht optimale Strömungsbedingungen im Herzvorhof Blutgerinnsel bilden. Wenn ein solcher Thrombus entstanden ist und durch die Blutbahnen in das Gehirn gelangt, kann dies zu einer akuten Durchblutungsstörung führen und einen Schlaganfall auslösen“, erklärt Dr. Jonas. Seinen Angaben zufolge vermindern oder verhindern blutgerinnungshemmende Medikamente das Schlaganfallrisiko. „Aber sie eignen sich nicht für jeden und für alles“, gibt der Experte zu bedenken. Wie man es basierend auf dem aktuellen medizinischen Wissensstand richtig macht, wird Dr. Jonas an diesem Abend erläutern. Natürlich wird der Referent auch für die Beantwortung von Fragen der Zuhörer zur Verfügung stehen.

Weitere Information sind auf der Seite Gesundheitsakademie on Tour zu finden.

Die Bundesliga und das Schützenhaus

Die Bundesliga Saison 2017 / 2018 startet heute Abend mit dem Spiel FC Bayern München : Bayer 04 Leverkusen.

Dieses und auch weitere Bundesligaspiele werden im Schützenhaus gezeigt. Es werden auch Spiele  der Champions League und des DFB Pokals in der kommende Saison dort gezeigt. In 2 Räumen werden unterschiedliche SKY Programme gezeigt. Meist wird dort das laufende Spiel des FC Bayern München gezeigt und z.B. die Bundesliga Konferenz.

Auch das leibliche Wohl wird nicht vernachlässigt.

Für den heutigen Abend steht Jägerschnitzel mit Pommes auf der Karten.

Weitere Informatinoen sind im Flyer zu finden.